Testride Suzuki GSX-S 1000

GSX-S 1000

Die Tage musste Katleen (meine 1290 SD-R)  zum turnunsmäßigen Boxenstop, da standen zufällig ein paar Mopeds rum.
Um die Wartezeit zu überbrücken musste dringenst eine Probefahrt her.

Dabei hatte ich die Qual der Wahl zwischen KTM 1290 Super Adventure,
Ducati Scrambler, Panigale 1299 und Suzuki GSX-S 1000.

Ich war wirklich hin und hergerissen, entschieden habe ich mich dann für die Suzi, da die am besten zur Z1000 passt.

GSX-S 1000

 

In schicken schwarz/rot mit 1500km auf der Uhr, losem linken Spiegel und fehlendem Lenkergewicht.
Fängt ja gut, dachte ich mir, wie war das noch mit dem ersten Eindruck.

Nunja, ich hatte ca. 2 Std. Zeit, konnte die GSX-S1000 also ausgiebig umtreiben.
Also rauf auf die Kiste, Schlüssel rein, Zündung an, Ständer hoch, mmmh, der geht aber schwer hoch.
Leerlauf rein, Startknopp gedrückt, und…. nix geht.

Okay, Killschalter ist aus, Ständer ist oben, warum springt das Miststück nicht an?
Ahhh Suzi, da war doch was, richtig Kupplung ziehen zum starten, auch im Leerlauf!
Dann kanns ja endlich losgehen, bin gespannt, ob mich die haufen Jahre an Entwicklungszeit, gleich umhauen werden.

Der Sound der 4in1 im Stand ist kernig, brabbelt ganz ordentlich.
Untenrum bis ca. 6000 U/min. hört sich das ganz gut an, dann geht es in ein unschönes kreischen über, Supersportler lässt grüßen.

Ein anderer Topf schafft hier sicherlich abhilfe. Wie hätte sich wohl der Yoshimura angehört?

Die ersten Km, der erster Eindruck, die Sitzposition ist gefühlt tiefer als bei der Z , der Tankbereich eher breiter. man hat sofort Knieschluß am Tank.
Der Kniewinkel ist angenehm bei 174cm Größe, der Sitz ist bequem, jedenfalls für die kurze Zeit.
Die Kupplung ist leichtgängig, das Schalten weich, alle Gänge gehe sauber rein, kein hakeln.
Nur vom ersten in den 2. blieb ich 2-3 mal im Neutral hängen und musste nachziehen, das geht bei der Z besser/flüssiger.

Entspanntes Warmfahren, genau richtig um die Elastizität zu testen, auf dem Papier hat die GSX ein paar NM weniger als die Z1000, 106 Nm bei 9.500 U/min.
Praktisch konnte ich so gut wie keinen unterschied feststellen, die GSX zieht in hohen Gängen aus niedrigster Drehzahl unbeeindruckt vehemend vorwärts.

Für`s Landstrassencriusen nicht ganz so optimal wie die Z, schaltfaul wie ich bin (Ähm war) und bis 6500 U/min auch relativ wenig Vibrationen, ab dann britzels ganz ordentlich.

Zwar nicht so stark wie bei der Z und nicht so hochfrequent aber spürbar,
dazu das schrille kreischen, das kann die Z deutlich besser, das brüllen, aus der Airbox.

Die knapp 2000 U/min wo der Punch später als bei der Z einsetzt sind deutlich spürbar und kurz drauf ist auch schon sense.

Nicht mein Fall, die S1000R ist da fast identisch und der Hauptgrund warum ich mich dagegen und für die 1290 SD-R entschieden haben.

Zwischen 6 und 8 tausend macht der Z so schnell kein anderer Reihenvierer was vor, auch nicht die GSX1000.

Zugegeben, Leistung ohne Ende, die man so oder so nicht auf die Landstrasse bringen kann, jedenfalls wenn man seine Pappe noch ne weile behalten will.

Apropos Leistung, da war doch was mit 3-stufige Traktionskontrolle, die hatte ich nie bemerkt, nicht mal auf niedrigster Stufe, da war ich wohl zu langsam beim aufziehen aus der Kurve.

Das Mäusekino hält sich in Grenzen, trotzdem ist der Tacho eine Zumutung, vollgeplastert, wirkt überladen und mit Sonne im Rücken nicht unbeingt gut ablesbar.
So nah dran schon müsig abzulesen, in Sitzosition muss man schon ganz genau hinschauen und sieht fast gar nichts mehr.

So, noch kurz die Stopper probiert, nicht giftig eher bissig dennoch gut dossierbar, einen Tick besser als bei der Z1000 (2015),
zum 2010er Modell deutlich besser.
Ich hab es aus 80 km/h runter nicht geschafft das ABS zum Regeln zu bekommen, obwohl sich schon der Arsch gehoben hat.

 

Zu guter Schluß noch das Fahwerk, hier habe ich einen sehr schönen Vergleich, da ich die Strecke zum Händler, die etwas holprig ist bereits mit der Z1000 (2010) OEM Fahrwerk, der Z1000 (2011) mit Wilbers Fahrwerk und mit der Z1000SX mit Wilbers gefahren bin.
Zusätzlich noch mit etlichen andern Mopeds (B-King, Diavel, KTM 690, KTM 1290, Monster 1200).

Hier ist die Suzi Werkseitig etwas besser abgestimmt als die Z1000,
und schluckt einiges mehr Weg ohne schwammig zu wirken.
Die Kayaba Gabel ist denke ich die gleiche wie in der Z, das Federbein wohl einen tick besser.

Sie ist nicht ganz so Vorderradlastig wie die Z und auch etwas nervöser, ab 140 deutlich unruhiger als die Z, ein Lenkungsdämpfer würde hier bestimmt nicht fehl am Platz sein.

Fazit:
Die GSX-S1000 ist durchweg gelungen, optisch nicht hässlich, Sitzposition und handling ok, Bremsen sehr gut, Fahrwerk für den kurztest soweit Standard auch akzeptabel.

Motormäßig gibt es auch nicht viel zu meckern, wer gern und ständig hoch dreht und den kreischenden Sound mag ist hier richtig.

Für mich allerdings keine ernsthafte alternative zur Z, da hat meiner Meinung nach Kawa die Nase vorn.